Patienteninformationen

Brustkrebs

Überblick

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen[1]. Warum genau und unter welchen Bedingungen Zellen ungebremst wachsen und sich daraus ein bösartiger Tumor entwickelt, konnte die Forschung noch nicht abschließend klären. Die Diagnose Brustkrebs ist für betroffene Frauen natürlich erst einmal ein Schock. Fest steht jedoch, dass Brustkrebs inzwischen in der Regel sehr gut behandelt werden kann. Das gilt insbesondere dann, wenn der Tumor noch klein ist und frühzeitig erkannt wird.

Wichtig für Sie ist daher, sich über die Erkrankung gut zu informieren, die persönlichen Risikofaktoren zu kennen und die Angebote der Früherkennung zu nutzen. Je besser Sie über Brustkrebs aufgeklärt sind, desto besser können Sie mitreden und Ihre Behandlung mitentscheiden. Wir wollen Ihnen mit diesem Angebot helfen, selbstbestimmt mit der Diagnose Brustkrebs umzugehen.

Bei Brustkrebs handelt es sich zwar um die häufigste, aber nicht um die gefährlichste Krebserkrankung bei Frauen. Frühzeitig erkannt, ist heute meist eine brusterhaltende Therapie möglich.

Auch Männer erkranken an Brustkrebs, allerdings wesentlich seltener. Unter 100 betroffenen Frauen findet sich statistisch gesehen ein erkrankter Mann.

Patienteninformationen Brustkrebs
Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist Brustkrebs

Risikofaktoren

Auch wenn sich in den Medien Berichte über prominente junge Frauen mit Brustkrebs häufen – der größte Risikofaktor ist das natürliche Alter. Im Durchschnitt erkranken Frauen erst mit 64 Jahren an einem Mammakarzinom.

Nach heutigem Wissen entsteht nur ein kleiner Teil der Brustkrebserkrankungen durch eine entsprechende genetische Disposition. Sind aber mehrere Ihrer Familienmitglieder an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkrankt, sollten Sie sich dennoch regelmäßig untersuchen lassen (Mammographie-Screening).

Darüber hinaus gibt es einige Risikofaktoren, die Sie selber beeinflussen können: Übergewichtige Frauen erkranken häufiger an Brustkrebs als normalgewichtige Frauen. Daneben erhöhen Zigaretten- und Alkoholkonsum die Wahrscheinlichkeit, an einem Brustdrüsentumor zu erkranken. Besonders für Mädchen, die bereits im Teenageralter rauchen, steigt das Brustkrebsrisiko später deutlich an. Hormontherapien zur Schwangerschaftsverhütung (Pille) oder gegen Beschwerden in den Wechseljahren erhöhen das Brustkrebsrisiko ebenfalls, wenn auch nur leicht. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich hier am besten von Ihrem behandelnden Arzt beraten.

Je weniger Regelblutungen eine Frau im Laufe ihres Lebens hat, umso geringer ist Untersuchungen zufolge auch das Risiko einer Brustkrebserkrankung. Aus diesem Grund ist das Risiko auch für Frauen erhöht, die vor dem 11. Lebensjahr ihre erste und/oder nach dem 54. Lebensjahr ihre letzte Blutung hatten. Ist dies bei Ihnen der Fall, sollten Sie regelmäßig an einem Früherkennungsprogramm teilnehmen.

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Diagnose

Durch den weiblichen Zyklus ist die Brust ständig hormonellen Einflüssen ausgesetzt, die Spannungsgefühle und Verhärtungen auslösen können. Meist klingen die Beschwerden mit Einsetzen der Regelblutung wieder ab. Stellen Sie beständige Veränderungen in Ihrer Brust fest, lassen Sie diese am besten von Ihrem Frauenarzt abklären. In den allermeisten Fällen stellen sich die Befunde dann als harmlos heraus.

Die gut behandelbaren Frühformen von Brustkrebs sind in der Regel nur sehr schwer selbst zu bemerken. Ab dem 50. Lebensjahr ist deshalb eine regelmäßige Untersuchung sinnvoll. Die dabei durchgeführte Mammographie hilft, auch sehr kleine Tumore und Brustkrebsvorstufen zu entdecken.

Auf folgende Veränderungen sollten Sie beim Selbstabtasten Ihrer Brust, idealerweise eine Woche nach Beginn der Regelblutung, achten:

  • Hat sich die Größe der Brust verändert?
  • Entsteht eine ungleichmäßige Verformung der Brust beim Heben?
  • Zieht sich die Haut oder die Brustwarze an einer Stelle ein?
  • Entdecken Sie nicht abklingende Hautrötungen, Schwellungen oder „Orangenhaut“?
  • Sondert die Brustwarze eine klare oder blutige Flüssigkeit ab?
  • Hat die Knotigkeit Ihrer Brust an einer Stelle zugenommen?
  • Entdecken Sie Knoten im Brust- oder Achselbereich?
  • Haben Sie Schmerzen an einer Stelle in der Brust?

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Brust ganz leicht selbst auf Anzeichen für Brustkrebs untersuchen können.

Brustkrebs Diagnose
Anleitung zur regelmäßigen Selbstkontrolle

Untersuchung

Sollte Ihr Arzt beim Abtasten der Brust eine unklare Veränderung feststellen, so wird er in der Regel eine Röntgenuntersuchung der betreffenden Brust (Mammographie) anordnen. Zusätzlich zur Mammographie kann die Brust mittels Ultraschall (Sonographie) untersucht werden. Auf diese Weise können beispielsweise Zysten gut erkannt werden. Zysten sind eingekapselte, flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Gewebe, die in den meisten Fällen harmlos sind. Für Frauen unter 40 Jahren stellt die Ultraschalluntersuchung noch vor der Mammographie sogar die Untersuchungsmethode der ersten Wahl dar. In Einzelfällen kann zur weiteren Abklärung auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) in spezialisierten radiologischen Zentren angeordnet werden.

Wurde ein Tumor festgestellt, wird davon eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Anhand dieser Probe kann dann festgestellt werden, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Dabei wird die Gewebeprobe mikroskopiert und im Labor auf bestimmte Tumormarker, z. B. HER-2/neu, untersucht. HER-2/neu ist ein sogenanntes Onkogen und als solches für ein unkontrolliertes Zellwachstum mitverantwortlich. Wurde in der Gewebeprobe ein HER-2/neu-positiver Brustkrebs festgestellt, muss letztlich mit einer erhöhten Tumoraggressivität gerechnet werden.

Das klassische 3D-Bildgebungsverfahren MRT* ist bei der Untersuchung des Brustgewebes kein Standardverfahren. Allerdings erlaubt eine Erweiterung der Mammographie-Technik, die sogenannte Tomosynthese, eine dreidimensionale Darstellung der Brustdrüse. Damit werden auch Tumore angezeigt, die bei der herkömmlichen Mammographie durch überlappendes Gewebe verdeckt bleiben würden. Auch mit einer neuen Ultraschalltechnik (ABVS - Automated Breast Volume Scanner) sind seit Kurzem dreidimensionale Darstellungen der gesamten Brust möglich.

Brustkrebs Untersuchungsmethoden
Der Arzt klärt über alle Untersuchungsmethoden auf

Behandlung

Wie eine Brustkrebserkrankung idealerweise zu behandeln ist, hängt vom jeweiligen Tumor ab und wird im persönlichen Gespräch mit der Patientin besprochen. Häufig besteht die Therapie aus einer Kombination verschiedener Behandlungsbausteine:

Chemotherapie: Eine Chemotherapie kann schon vor einer Operation sinnvoll sein, um den Tumor zu verkleinern. Meistens folgt die Chemotherapie im Anschluss an die Operation, um eventuell noch vorhandene Krebszellen zu vernichten.

Antikörpertherapie: HER-2/neu-positiven Patientinnen steht eine spezifische Therapie zur Verfügung (Herceptin bzw. Trastuzumab®). Zur Verlaufskontrolle einer Herceptin- oder auch einer anderen Chemotherapie kann der HER-2/neu-Wert aus Blut (HER 2 steht für humaner epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2) eingesetzt werden. Der Vorteil des Tests: HER-2/neu kann zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung im Blut bestimmt werden und liefert wertvolle Informationen über den Erkrankungsverlauf.

Operation: Im Vergleich zu früher wird heute – wenn möglich – brusterhaltend operiert. Langzeitstudien ergaben, dass in der Regel damit kein nennenswert erhöhtes Risiko einer erneuten Krebserkrankung verbunden ist[2].

Strahlentherapie: Nach einer brusterhaltenden Operation sollte eine Strahlentherapie der Restbrust erfolgen, um kleine Tumorreste zu zerstören[3]. So kann die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens (Rezidiv) der Krebserkrankung deutlich gesenkt werden.

Hormontherapie: Manche Brustkrebsarten wachsen besonders aggressiv, wenn bestimmte Hormone vorhanden sind. Über Medikamente können diese Hormone ausgeschaltet und so das Tumorwachstum gebremst werden.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass nach dem Auftreten einer Brustkrebserkrankung auch nach erfolgreicher Therapie regelmäßige Nachsorgetermine wahrgenommen werden sollten, um ein eventuelles Wiederauftreten möglichst früh zu erkennen.

Brustkrebs Behandlungsmethoden
Je nach Tumor wird die Behandlung festgelegt